Krisen sind Wahrnehmungskrisen.


Nicht die Situation ist das Problem. Dein Modell davon ist es.

Warum Krisen sich „echt“ anfühlen – obwohl sie oft im Kopf entstehen

Dein Gehirn nimmt die Realität nicht einfach wahr. Es simuliert sie.

Sekunde für Sekunde konstruiert es eine Vorhersage dessen, was gleich passiert – und gleicht sie mit den eingehenden Daten ab.

  • Stimmt die Vorhersage: kein Aufwand, kein Stress, kein Bewusstsein nötig. Das Gehirn spart Energie.
  • Stimmt sie nicht: Überraschung. Prediction Error. Alarm.

Und genau das ist eine Krise: Ein Zusammenbruch deiner Simulation.
Nicht ein Zusammenbruch der Realität.

Die Krise entsteht nicht im Markt – sondern im Gap

Der Markt bricht ein – aber die Krise entsteht nicht im Markt. Sie entsteht in der Lücke zwischen deiner Erwartung und dem, was tatsächlich passiert.

Dein Team funktioniert nicht – aber das eigentliche Problem ist, dass dein Modell vom Team nie gestimmt hat. Du hast eine Version simuliert, die es so nie gab.

Die unbequeme Wahrheit: Kohärenz schlägt Objektivität

Dein Gehirn sucht Kohärenz – nicht Objektivität. Es will, dass alles zusammenpasst. Nicht, dass alles stimmt.

Deshalb halten wir an Erklärungen fest, die uns beruhigen, statt an Erklärungen, die uns weiterbringen.
Deshalb fühlt sich Kontrolle gut an, obwohl sie oft eine Illusion ist.

Warum Transformationen scheitern

Und genau deshalb scheitern Transformationen: nicht, weil der Plan schlecht ist. Sondern weil er auf Simulationen basiert, die niemand überprüft hat.

Was das für Führung bedeutet

Die wichtigste Führungsfrage ist nicht: „Was müssen wir ändern?“
Sondern: „In welcher Simulation leben wir gerade – und stimmt sie noch?“

Wer diese Frage nicht stellt, löst die falschen Probleme.
Wer sie stellt, findet Hebelpunkte, die kein Organigramm zeigt.

Die Einladung in jeder Krise

Krisen sind keine Ausnahmen. Sie sind Einladungen, die eigene Wahrnehmung zu überprüfen.

Die Frage ist nur: Nimmst du die Einladung an?


Impuls für heute:
Wenn du gerade „Krise“ spürst, mach einen Mini-Check:

  1. Welche Erwartung ist gerade gebrochen?
  2. Welche Geschichte erzähle ich mir darüber?
  3. Was wäre eine alternative Erklärung, die mehr Handlungsoptionen erzeugt?

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